Zukunft des Gelände der Pflugfabrik Müller

Die Bauträger-Gesellschaft Bauwens plant auf diesem Gelände den Bau von 160 Wohneinheiten, eine Tiefgarage und eine Kindertagesstätte. Am 15.06.2021 hat eine virtuelle Vorstellung des Projekts der Stadt Köln/BV 4 und des Bauträgers Bauwens, unter Beteiligung des Bürgervereins und der Bürger, stattgefunden. Eine Woche später fand auf Initiative der SPD ein spontanes Treffen zu diesem Thema mit betroffenen Bürgern und dem Ratsherr Seeck (SPD) am Bürgerplätzchen statt.

Am 23.08.2021 hat es im Pfarrzentrum Christi Geburt ein Gespräch zwischen dem Vorstand des Bürgervereins, Herrn Seeck und interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu diesem Thema gegeben.

Zukunft

Wir als Bürgerverein sowie verschiedene Bürger des Ortes haben im Anschluss am 25.06.2021 dem Bezirksbürgermeister der Bezirksvertretung 4 der Stadt Köln geschrieben und zitieren im Folgenden aus diesem Schreiben (zuzüglich Ergänzungen zum Entwässerungskonzept).

„Als Bürgerverein Köln-Bocklemünd/Mengenich e. V. begrüßen wir grundsätzlich das Bauprojekt Lerchenweg/Schaffrathsgasse. Das (ehemalige) Gewerbegelände ist für eine Wohnraumbebauung sehr gut geeignet und hat eine optimale Anbindung an den ÖPNV. Unsere Kritik an dem Projekt kulminiert sich an vier Punkten: Bebauungshöhe, Parkplatzangebot, Straßenverkehr im Ort und Entwässerungskonzept. Die Kritikpunkte sind im Wesentlichen:

Bebauungshöhe

  • Köln-Bocklemünd hat (noch) eine dörfliche Struktur (Alleinstellungsmerkmal in Köln!) und niedergeschossige Bebauung. Eine viergeschossige Bebauung mitten in dieser Struktur würde den Ortsteilcharakter deutlich verändern und beeinträchtigen.
  • Das Argument, dass eine viergeschossige Bebauung parallel zum Militärring den Ortsteil von Verkehrsgeräuschen (Auto- und Straßenbahnverkehr) abschirmt, klingt gegenüber den zukünftigen Mietern der Wohnungen, die zum Militärring ausgerichtet sind, sarkastisch. Wer soll dort wohnen? Gibt es zu dieser Annahme ein Lärmgutachten?
  • Es soll ein 145m langer viergeschossiger Riegelbau (wie eine Mauer) entstehen, der die umliegenden Gebäude optisch erdrückt und das Wohnempfinden der Nachbarschaft empfindlich beeinflusst.
  • Hinter der viergeschossigen Riegelbebauung sollen dreigeschossige (+) Solitärbauten entstehen, die ebenfalls von der Höhe viergeschossig sind, das sind insgesamt elf viergeschossige Bauten! Das erschlägt den Ortsteil!
  • Wir sind schon im Norden durch das Görlinger Zentrum und im Süd-Westen mit dem ehemaligen Nattermann-Gebäude und Obere Dorfstr. 2a/2b mit hochgeschossigen Gebäuden belastet und nun soll das im Süd-Osten weitergeführt werden. Dagegen will sich die Bevölkerung wehren und erwartet eine Überarbeitung der Planung mit maximal dreigeschossiger Bebauung Militärringseite und im weiteren Verlauf des Quartiers eine zweigeschossige Bebauung.
  • Weiterhin fällt uns auf, dass die Planer in Köln nur eine Bauform kennen, rechteckige Kästen! Kann man nicht im sogenannten Quartier „grünwerk“ einen architektonisch ansprechenderen Baustil finden?

Parkplatzangebot        

Wie kann sichergestellt werden, dass die Mieter/Nutzer der Wohnungen auch die Tiefgaragenplätze mieten und nutzen (Kopplung an den Wohnraum-Mietvertrag)? Sind diese Stellplätze kostenpflichtig? Es sind 140 Stellplätze für 160 Wohneinheiten geplant. Das sind eindeutig zu wenige. In modernen neuen Wohnanlagen kalkuliert man mit Faktor 1,5 pro Wohneinheit, d.h. mindestens 240 Parkplätze. Eine Aufstockung dieses Kontingentes und ein Mietangebot an die umliegende Bevölkerung, die Parkraum benötigen, wäre wünschenswert, denn der zur Verfügung stehende Parkraum im Ortsteil ist sehr angespannt. Bei einer Begehung kann dies dokumentiert werden, denn die meisten Straßen sind nur einseitig befahrbar. Eine zusätzliche Belastung durch das neue Quartier ist nicht hinzunehmen.

Kurt-Weill-Weg durch geparkte Fahrzeuge nur einspurig befahrbar.

Straßenverkehr im Ort

  • Der Bebauungsplan und das Verkehrskonzept sehen keine zusätzliche Anfahrt-Möglichkeit an die neuen Wohnhäuser vom Militärring aus vor. So soll der ganze (zusätzliche) Straßenverkehr über den Kurt-Weill-Weg/Ollenhauerring (Richtung Norden und Osten) und die Schaffrathsgasse/Lerchenweg/Grevenbroicher Straße (Richtung Süden und Westen) zu- und abgeführt werden. Warum wird keine Zu- und Abfahrt vom Militärring mittig in das Quartier zur Tiefgarage geführt, um somit die Verkehrs- und Parksituation im Ortsteil nicht zusätzlich zu belasten?

Geplante Zufahrt über Kurt-Weill-Weg zum Gelände der ehemaligen Pflugfabrik

Geplante Ausfahrt über Schaffrathsgasse.

  • Wir werden jeden Tag durch Nichtanlieger verkehrstechnisch belastet. Da unser Ortsteil zwischen Bundesautobahn, Venloer Str. und Militärringstraße im „magischen Dreieck“ liegt, wird unser Ortsteil ständig durch Durchfahrer genutzt. Wir haben gemeinsam mit der Stadt Köln Amt 66 im Jahre 2003 eine Verkehrsberuhigung, durch eine temporäre Sperrung der Nattermannallee, eingeführt. Unsere Zufahrtsstraßen in den Ort sind in den Vormittags -und Nachmittagszeiten extrem befahren. Nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Sicherheit wird gefährdet. Wir haben Schulen, Kitas und ein Seniorenheim im Ort. Diese schützenswerten Einrichtungen dürfen nicht zusätzlich belastet werden. Viele junge Familien sind nach Bocklemünd/Mengenich gezogen und erwarten, dass sich ihre Kinder sicher im Ort bewegen können.
  • Wir erwarten ein Verkehrsgutachten, welches die tatsächlichen Gegebenheiten der Straßen (Einengungen, Verschwenkungen, parkende PKWs etc.) berücksichtigt.
  • Weiterhin muss es eine Bewertung der realen Straßenbelastung (nur einseitige Fahrbahn) und daraus folgend eine Regelung für den Baustellenverkehr während der zweijährigen Bauzeit erstellt werden.

Entwässerungskonzept

  • Wie sieht das Entwässerungskonzept des Ortsteiles Bocklemünd/Mengenich und insbesondere im Bereich des neuen Quartiers aus, wenn 160 neue Wohneinheiten hinzukommen?
  • Was muss ein Entwässerungskonzept dann enthalten, wenn die zukünftigen Starkregenfälle, die laut Meinung der Meteorologen keine Ausnahmeerscheinung bleiben, berücksichtigt werden müssen?

Die vielfach von unseren Bürgern an die Bezirksvertretung 4 (Bürgermeister Spelthann) eingereichten schriftlichen Stellungnahmen, werden von der BV 4 verdichtet und zur Abstimmung in einer der nächsten Bezirksvertreterversammlungen mit der Verwaltung diskutiert und abgestimmt werden. Wir haben schriftlich den Antrag an den Bezirksbürgermeister gestellt, auf dieser Sitzung, unsere Einwände vortragen zu dürfen.

Wir müssen verhindern, dass die Planung, so wie sie vorgestellt wurde, zur Ausführung kommt!